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Industrial Metal
Industrial Metal ist eine im Europa der frühen 1990er Jahre verbreitete Bezeichnung für eine ursprünglich in den USA entstandene musikalische Verschmelzung von Industrial und verschiedenen Varianten des Heavy Metal, wobei die Öffnung aus beiden Stilen erfolgen kann. Häufig wird der Begriff generell für elektronisch angehauchten Metal oder gar Rock verwendet und etablierte sich Mitte der 1990er neben der Sammelbezeichnung Crossover.


Beim ursprünglichen Industrial Metal werden oft Samples ähnlich dem frühen britischen Industrial (Cabaret Voltaire) verwendet. Der Gesang ist zumeist elektronisch verzerrt, Schlagzeuger werden partiell durch Drumcomputer ersetzt. Als Begründer dieses Stils gelten Ministry, welche Ende der 1980er Jahre ihre Elektronik mit harten Rhythmusgitarren kreuzten. 1991 veröffentlichten O.L.D. das Album "Lo Flux Tube" und hämmerten sich mit ihrer Mixtur aus Metal-Gitarren, Computersounds und einem dem Thrash- und Black Metal nicht unähnlichen Kreisch-Gesang durch die frühen 1990er. Der große Durchbruch des Industrial Metal gelang jedoch erst mit Ministry's zweitem Anlauf "Psalm 69". Dieser Longplayer war wegweisend für viele nachfolgende Projekte aus dem Metal-, Industrial- und Electronic Body Music-Umfeld. Pouppée Fabrikk aus Schweden verabschiedeten sich 1993 von ihren EBM-Wurzeln und fanden produktionstechnische Unterstützung bei Tomas Skogsberg, der sich u.a. für die Alben der Death Metal-Acts Dismember und Entombed verantwortlich zeichnet. Die Krupps aus Deutschland beschritten einen ähnlichen Weg und veröffentlichten im selben Jahr "II" (The Final Option). Front Line Assembly folgten 1994 mit "Millennium", das bis dato beste und dichteste Werk des Zweimannprojektes. Der Einfluss Rhys Fulbers, jahrelanges Mitglied von Front Line Assembly, machte sich Mitte der 1990er u.a. auch bei Fear Factory bemerkbar, deren Album "Demanufacture" er produzierte.

In einem anderem Zusammenhang verweist Industrial Metal auf Vermengung von Death Metal, Thrash Metal, Nu Metal und Metalcore, welche durch elektronische Einlagen bereichert werden.Die Vocals bestehen meistens aus elektronisch verzerrtem Geschrei oder Death-Growls, jedoch kommt sehr häufig auch cleaner, melodischer, sehr gekonnter Gesang zu Einsatz.

Als Ikonen dieses Stils gelten die ehemaligen Death Metaller Fear Factory, welche in ihre musikalischen Wurzeln nicht nur mit Elektronik einbauten, sondern zu einem großen Anteil auch das vorweggriffen, was Jahre später als Metalcore einen Hype erleben sollte. Während dieser Stil in Europa mit Darkane und Mnemic Anhängerschaft finden sollte, erlebte er in Verbindung mit dem Nu Metal durch Static-X in den USA kommerzielle Erfolge.